Ayurveda im Sommer
- Anne

- vor 1 Tag
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An ganz heißen Tagen, wenn die Temperaturen in die Höhe schnellen und die Hitze erdrückend wird, kann uns eine spezielle Atemübung helfen, unseren Körper auf natürliche Weise abzukühlen und ein Gefühl der Erfrischung zu erzeugen. Diese Technik, bekannt als Shitali Atmung, ist eine alte yogische Praxis, die sowohl den Körper als auch den Geist positiv beeinflusst. Um diese Übung durchzuführen, rollt man die Zunge zu einem Röhrchen. Je nach individueller Veranlagung kann dies entweder mit der Zungenspitze, die nach vorne gerollt wird, oder durch das Rollen zur Mitte der Zunge geschehen. Sobald die Zunge in der richtigen Position ist, atmet man langsam und tief durch den Mund ein. Diese spezielle Atemtechnik sorgt dafür, dass die Zunge kühl bleibt und durch den Luftstrom auch der gesamte Körper abgekühlt wird. Es ist eine erfrischende Methode, die nicht nur an heißen Tagen, sondern auch in stressigen Zeiten eine wohltuende Wirkung entfalten kann. Probiere das gerne mal aus, um die belebende Wirkung selbst zu erleben. Es ist wichtig zu beachten, dass die Shitali Atmung idealerweise nur im Sommer und bei hohen Temperaturen angewendet werden sollte. Sie hat die Fähigkeit, sowohl Körper als auch Geist zu kühlen, fördert mentale Gelassenheit und wirkt entspannend. Auf diese Weise können wir auch in einen erholsamen Schlaf sinken, der für unser allgemeines Wohlbefinden entscheidend ist.
Doch warum kann uns die Atmung so wirkungsvoll unterstützen? Der Atem ist eines der einfachsten und zugänglichsten Werkzeuge, das wir haben, um unseren Körper zu stimulieren und zu regulieren. Viele Menschen kennen den sogenannten "fight or flight"-Effekt, der in Stresssituationen auftritt. Wenn wir uns in einer stressigen oder bedrohlichen Lage befinden, reagiert unser Körper automatisch mit einer Panikreaktion. Wir stehen vor der Wahl: Kämpfen oder Fliehen. In solchen Momenten übernimmt der Atem die Kontrolle, und wir denken oft nicht mehr klar. Unser Atem wird kurz und flach, was zu einem Überschuss an Sauerstoff im Körper führen kann. Dies kann sogar zu Hyperventilation führen, wodurch unser Kopf sich benommen anfühlt und wir das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren. Diese Reaktion geschieht allein über die Atmung. Eine bewusste, tiefe Bauchatmung hingegen kann uns helfen, aus diesem Zustand der Überwältigung zurückzukehren. Sie ermöglicht es uns, wieder klarer zu denken und die roten Alarmlichter in unserem Kopf auszuschalten.
Das Prinzip der bewussten Atmung funktioniert auch, wenn wir aktive Atemübungen praktizieren. Hierbei wollen wir gezielt eine stressige Situation simulieren und unserem Körper signalisieren, dass alles in Ordnung ist und wir die Kontrolle haben. Mit der Zeit wird die eigentliche Stresssituation weniger bedrohlich erscheinen, da wir durch regelmäßige Übung lernen, besser mit Stress umzugehen. Atemcoaches arbeiten häufig mit Angstpatienten, um ihnen die Angst vor bestimmten Situationen zu nehmen. Das gezielte Üben von Atemtechniken kann dabei helfen, die Kontrolle über den eigenen Körper zurückzugewinnen. Aber das funktioniert auch in die andere Richtung: Wir können den Körper mit speziellen Atemübungen gezielt in einen Zustand der Ruhe versetzen. Dazu gehören nicht nur die tiefe Bauchatmung, sondern auch Techniken, die unseren Körper abkühlen oder erwärmen können. Eine typische Atemtechnik, die den Körper wärmt, wäre zum Beispiel Kapalabhati, auch bekannt als "Feueratmung".
Im Gegensatz dazu wirkt die Shitali Atmung kühlend, und wir fühlen uns nach der Praxis erfrischt und belebt. Diese einfache, aber effektive Methode zeigt, wie eng Atemtechniken mit unserem körperlichen und emotionalen Wohlbefinden verbunden sind und wie sie uns helfen können, in verschiedenen Lebenssituationen besser zurechtzukommen.



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